Bärenforum
 
 User Info & Key Stats   
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.
Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
09. 09 2010, 05:59:41
4.188 Beiträge in 515 Themen von 247 Mitglieder
Neuestes Mitglied: oldooldo
News: Achtung: Bitte beachtet die Urheberrechte bei Euern Avatarbildern, Texten und Fotos. Andernfalls können rechtliche Probleme auf Euch zu kommen.
+  Bärenforum
|-+  Alternativer Bärenpark® Worbis
| |-+  Indianer
| | |-+  Bärenkult
  « vorheriges nächstes »
Seiten: [1] Nach unten Drucken
Autor
Thema: Bärenkult  (Gelesen 6334 mal)
« am: 09. 05 2005, 11:35:50 »
Ursus dresdensis Offline
Leitbär
*****
Beiträge: 549

Profil anzeigen WWW

Kann jemand für die interessierte Allgemeinheit kurz umreißen, welche Rolle der Bär bei den Indianerstämmen Nordamerikas spielte bzw. heute noch spielt?
Gespeichert

Eigenartig, wie das Wort "eigenartig" es fast als fremdartig hinstellt, eine eigene Art zu haben. (Erich Fried)
Antworten #1
« am: 12. 05 2005, 07:31:42 »
Rüdiger Schmiedel Offline
Globaler Moderator
Bär/Bärin
*****
Beiträge: 180

Profil anzeigen WWW

Zitat von: "Ursus dresdensis"
Kann jemand für die interessierte Allgemeinheit kurz umreißen, welche Rolle der Bär bei den Indianerstämmen Nordamerikas spielte bzw. heute noch spielt?



Lassen Sie uns etwas Zeit, damit wir uns informieren können. Es sind interessante Fragen, die nicht nebenbei beantwortet werden können.
Wir bitten um Verständnis.  

(R.Sch)
Gespeichert

Bärenstarke Grüße

Unser Ziel: "Zirkusse ohne Tiere wildlebender Arten"- helfen Sie mit!!
Antworten #2
« am: 12. 05 2005, 14:27:37 »
Ursus dresdensis Offline
Leitbär
*****
Beiträge: 549

Profil anzeigen WWW

Ich hatte nicht die Absicht, die Bärenparkmitarbeiter unnötig von ihrer eigentlichen Arbeit abzulenken. Da der Park ja in diesem Jahr zum wiederholten Male ein Indianerfest veranstaltet, meinte ich, daß es unter den Besuchern auch den einen oder anderen gut belesenen Indianerfreund bzw. Freizeitindianer gibt, der sich zum Thema äußern könnte. Wenn Sie, lieber Herr Schmiedel, oder ihre Mitarbeiter sich dennoch die Mühe machen möchten, sich mit der Problematik auseinanderzusetzen, dann möchte ich mich bereits vorab für dieses nicht selbstverständliche Engagement bedanken.
Darf ich noch fragen, ob Sie Informationen zum Bärenkult der Ureinwohner Japans (Ainu) besitzen? Wenn nicht oder nur in geringem Umfang, dann würde ich Ihnen bei einem meiner nächsten Besuche gern eine kleine Publikation mit dem Namen "Bärenfest" aus dem Völkerkundemuseum Zürich mitbringen.
Gespeichert

Eigenartig, wie das Wort "eigenartig" es fast als fremdartig hinstellt, eine eigene Art zu haben. (Erich Fried)
Antworten #3
« am: 12. 05 2005, 20:13:02 »
Rüdiger Schmiedel Offline
Globaler Moderator
Bär/Bärin
*****
Beiträge: 180

Profil anzeigen WWW

Zitat von: "Ursus dresdensis"
Ich hatte nicht die Absicht, die Bärenparkmitarbeiter unnötig von ihrer eigentlichen Arbeit abzulenken. Da der Park ja in diesem Jahr zum wiederholten Male ein Indianerfest veranstaltet, meinte ich, daß es unter den Besuchern auch den einen oder anderen gut belesenen Indianerfreund bzw. Freizeitindianer gibt, der sich zum Thema äußern könnte. Wenn Sie, lieber Herr Schmiedel, oder ihre Mitarbeiter sich dennoch die Mühe machen möchten, sich mit der Problematik auseinanderzusetzen, dann möchte ich mich bereits vorab für dieses nicht selbstverständliche Engagement bedanken.
Darf ich noch fragen, ob Sie Informationen zum Bärenkult der Ureinwohner Japans (Ainu) besitzen? Wenn nicht oder nur in geringem Umfang, dann würde ich Ihnen bei einem meiner nächsten Besuche gern eine kleine Publikation mit dem Namen "Bärenfest" aus dem Völkerkundemuseum Zürich mitbringen.


Ja gern, wir haben schon ein Dokumentationszentrumm und sammlen alle Werke über und mit Bären. Alle sind herzlich eingeladen diese Sammlung mit zu vervollkommenen, denn irgendwann werden wir das Museum und die Bibliothek dazu auch eröffen. Vorarbeit ist immer gut.
Gespeichert

Bärenstarke Grüße

Unser Ziel: "Zirkusse ohne Tiere wildlebender Arten"- helfen Sie mit!!
Antworten #4
« am: 13. 05 2005, 11:52:23 »
Ursus dresdensis Offline
Leitbär
*****
Beiträge: 549

Profil anzeigen WWW

Ich habe das besagte Büchlein über das Ainu-Bärenfest nun gelesen und bin ein wenig enttäuscht, da das Fest selbst für meine Begriffe etwas zu kurz abgehandelt wird. Dessen ungeachtet werde ich dem Bärenpark bei nächster Gelegenheit ein Exemplar stiften. Wenn es bereits eine größere Sammlung von Bärenliteratur vor Ort gibt, so kann mir vielleicht doch jemand bezüglich meiner Anfrage unter ALLGEMEINES/DER BÄR IN DER LITERATUR helfen? Gern würde ich mich auch selbst einmal im Bestand des Dokumentationszentrums umsehen, sofern dies möglich ist.
Gespeichert

Eigenartig, wie das Wort "eigenartig" es fast als fremdartig hinstellt, eine eigene Art zu haben. (Erich Fried)
Antworten #5
« am: 13. 05 2005, 12:26:35 »
Rüdiger Schmiedel Offline
Globaler Moderator
Bär/Bärin
*****
Beiträge: 180

Profil anzeigen WWW

Zitat von: "Ursus dresdensis"
Ich habe das besagte Büchlein über das Ainu-Bärenfest nun gelesen und bin ein wenig enttäuscht, da das Fest selbst für meine Begriffe etwas zu kurz abgehandelt wird. Dessen ungeachtet werde ich dem Bärenpark bei nächster Gelegenheit ein Exemplar stiften. Wenn es bereits eine größere Sammlung von Bärenliteratur vor Ort gibt, so kann mir vielleicht doch jemand bezüglich meiner Anfrage unter ALLGEMEINES/DER BÄR IN DER LITERATUR helfen? Gern würde ich mich auch selbst einmal im Bestand des Dokumentationszentrums umsehen, sofern dies möglich ist.


Möglich ist alles, man muß es nur wollen und organiseren. Nachts ist es etwas schlechter, Ich habe aber auch schon Führungen von zwei Personen morgens ums 6.00 Uhr angenommen, weil die Interessierten nur auf der betriebsbedingten Durchreise  waren. Es waren Franzosen konnten kein Wort deutsch und englisch und wir hatten trotzdem einen riesen Spaß.
Also versuchen Sie Ihr Glük mit uns, es wird uns auch dann Spaß machen.
Gespeichert

Bärenstarke Grüße

Unser Ziel: "Zirkusse ohne Tiere wildlebender Arten"- helfen Sie mit!!
Antworten #6
« am: 13. 05 2005, 16:30:39 »
Ursus dresdensis Offline
Leitbär
*****
Beiträge: 549

Profil anzeigen WWW

Auf das Angebot einer Führung komme ich mit Sicherheit zurück, nur möchte ich zu einem solchen Anlaß doch gern noch eine größere Anzahl von Interessierten in meinem Bekannten- und Verwandtenkreis mobilisieren.
Im Zusammenhang mit meinem Kalenderprojekt würde ich mich, sofern ein entsprechender Literatur- und Photofundus bereits vorhanden und einsehbar ist, einmal allein bzw. nach Einweisung durch bzw. unter Aufsicht von fachkundige/n Mitarbeiter/n im Dokumentationszentrum umsehen wollen, um ein paar Texte zur Ergänzung meiner Holzschnittmotive zu recherchieren. Ich habe, wie bereits früher angemerkt, bisher nur einige wenige Fabeln sammeln können, die mir jedoch nur bedingt brauchbar erscheinen, da der Bär darin eher selten in einem positiven Licht dargestellt wird. Wenn mir eine Einsichtnahme prinzipiell gestattet werden könnte, würde ich mich zur Vereinbarung eines konkreten Termins dann telephonisch an das Parksekretariat wenden.
Gespeichert

Eigenartig, wie das Wort "eigenartig" es fast als fremdartig hinstellt, eine eigene Art zu haben. (Erich Fried)
Antworten #7
« am: 18. 05 2005, 23:10:07 »
Rüdiger Schmiedel Offline
Globaler Moderator
Bär/Bärin
*****
Beiträge: 180

Profil anzeigen WWW

Zitat von: "Rüdiger Schmiedel"
Zitat von: "Ursus dresdensis"
Kann jemand für die interessierte Allgemeinheit kurz umreißen, welche Rolle der Bär bei den Indianerstämmen Nordamerikas spielte bzw. heute noch spielt?



Lassen Sie uns etwas Zeit, damit wir uns informieren können. Es sind interessante Fragen, die nicht nebenbei beantwortet werden können.
Wir bitten um Verständnis.  

(R.Sch)


Hallo liebe Leute,

nach sehr langen und intensiven suchen haben wir nichts in unseren bisherigen Archiv gefunden, aber einige Dinge und Hinweise können ja noch verwendung finden Sie teil aus CD oder auch vom Internet zusammengesucht es ist durchaus interessant zu lesen, wenn man sich Ziet nimmt. Viel Spass!!!!!

Indianische Heilpflanzen
Pflanzensud und heiße Steine, Schimmelpilze, Kakteensaft und Grizzlybären-Wurzel: Die Apotheke Manitous war reichhaltig. Hunderte von Heilpflanzen waren ihre wichtigste Stütze. So half zum Beispiel die Rinde des Fenchelholz-Baumes bei Koliken, Blähungen, Leber- und Nierenschmerzen. Der Sud aus Blättern und Beeren sollte rheumatische Beschwerden und Geschlechtskrankheiten lindern. Frisch zerriebene Blätter dienten als Wundpflaster, das ausgekochte Wurzelmark als Narkotikum.
Die Indianer kannten sogar Penicillin.
Zur Behandlung von Wundinfektionen und gegen Diphtherie kratzten sie Schimmelpilzkulturen von Baumstämmen ab und strichen sie auf die Wunde.
Die bekannteste indianische Kulturpflanze ist der Tabak. Sein Saft half gegen Zecken und desinfizierte Wunden. Sein Rauch begleitete nicht nur Rituale und Kulte, er linderte auch Kopf- und Zahnschmerzen. In der Regel rauchten die Indianer den Tabak vermischt mit anderen Heilpflanzen.
Krätze und Wurmbefall wurden mit Lilienwurzeln behandelt. Offenbar hatten die Indianer die Wurmkur beim Grizzlybären abgeschaut. Während der Lachs-Saison nehmen die Bären mit dem Fisch reichlich Würmer zu sich. Um sie wieder loszuwerden, fressen die Tiere dann die stark abführenden Lilienwurzeln. Als Medizin für alle Fälle war die Schafgarbe beliebt. Schafgarbentee wurde gegen fast alle       Beschwerden eingesetzt, von Erkältung bis hin zu Fieber, Verstopfung und Hämorrhoiden. Zu den spektakulärsten Erfolgen der indianischen Medizin zählt die Behandlung von Skorbut, zum Beispiel mit Elsbeeren und Feigenkakteen. Davon profitierten drei französische Schiffsbesatzungen, die im bitterkalten Winter von 1535/36 am St.-Lorenz-Strom im Eis festsaßen. 25 der 110 Männer waren bereits an Vitaminmangel gestorben, als ihnen die Indianer zu Hilfe kamen und die Männer kurierten.
Bewährtes Verhütungsmittel vieler indianischen Stämme war die Yamswurzel. Sie enthält das Hormon Progesteron, wichtigster Bestandteil der "Antibabypille".
Der Sonnenhut Echinacea angustifolia, heute in ganz Europa von der Pharmaindustrie angebaut, ist ein altes indianisches Heilmittel. Bei Verletzungen wurde das Wurzelpulver auf die Wunde gestreut, die Blätter als Wundpflaster aufgelegt. Die Dakota tranken Echinacea-Sud gegen Blutvergiftung. In unseren Apotheken wird die Substanz oft verlangt; sie stärkt die körperlichen Abwehrkräfte.
Zur Zahnpflege und Atemerfrischung wurde aus dem Stamm einer großen Blattpflanze eine harzartige Substanz gewonnen. An Sonne und Luft getrocknet, duften die zähen Pflanzentränen erfrischend und angenehm. Die Creek kauten die gummiartigen Stücke stundenlang: Der Kaugummi war erfunden.

Die Ureinwohner Japans
Erste "Ureinwohner" der japanischen Hauptinseln waren die Ainu, die von Zentraljapan über Hokkaido bis zu den Kurilen siedelten. Sie trieben Jagd und Fischfang, ihre Religion kannte einen Bärenkult. Die Ainu unterschieden sich durch hellere Haut und starke Körperbehaarung vom "Durchschnittsjapaner". Zivilisatorisch höher entwickelte zugewanderte Völker verdrängten sie. Es folgten jahrhundertelange Assimilierungsprozesse und gewaltsame Unterdrückung. Nach offiziellen Angaben lebten Mitte der 1990er Jahre auf Hokkaido noch 50 000 Ainu.

Bäriges Objekt der Begierde Aktuell und scheinbar immernoch KultDie kommerzielle Ausbeutung von Bären ist vor allem in Asien grausige Realität. Frisches oder in Dosen konserviertes Bärenfleisch, insbesondere Bärentatzen, gilt als exquisite Delikatesse, die angeblich Erkältungen vorbeugen und vitalisierend wirken soll. Da Bären die einzigen Säugetiere sind, die große Mengen an Gallensäure (Ursodesoxycholsäure, UDCS) produzieren, hat man in den 1980er Jahren in China hunderte von Bärenfarmen gegründet. Dort werden in engen schmutzigen Käfigen mehr als 7000 Tiere gefangen gehalten, die man in der freien Wildbahn meist brutal mit dem Fangeisen gestellt hat. Durch die Bauchdecke hindurch wird ihnen an der Leber vorbei bis zur Gallenblase ein etwa 15 Zentimeter langes Metallrohr getrieben. Zweimal am Tag wird aus dem Metallrohr der Propfen herausgezogen, um etwa 100 Milliliter Gallensaft abzuzapfen, der zu Bärengallenpulver verarbeitet wird. Dieses Mittel wird in der traditionellen östlichen Medizin eingesetzt und soll Erkrankungen der Leber, des Herzens, des Verdauungstraktes und bei vielen anderen Leiden helfen. Die Wunden der Bären sind vereitert, die Tiere müssen unvorstellbares Leid ertragen. Auch in Vietnam gibt es Bärenfarmen. Dort werden die Bären alle drei Monate einer Operation unterzogen, um den Gallensaft direkt entnehmen zu können. Die meisten Bären stehen maximal vier der unter schmerzhaften und unhygienischen Umständen stattfindenden Eingriffe durch, bevor sie daran qualvoll zugrunde gehen. In Korea ist seit 1992 die Entnahme von Gallenflüssigkeit von lebenden Bären verboten. Auf dem chinesischen Markt kostet ein Kilogramm Bärengallenpulver zurzeit zwischen 500 und 1000 US$ und obwohl laut Washingtoner Artenschutzabkommen der Export verboten ist, blüht der Handel auch im Westen. Tragisch und verrückt: Seit den 1950er Jahren lässt sich UDCS auf synthetischem Weg wesentlich billiger und schneller herstellen, allein die USA produzieren jährlich etwa 100 Tonnen. Und auch in der traditionellen chinesischen Medizin gibt es genügend Kräuter, die die Säure vollständig ersetzen können. Ein kleiner Lichtblick: Die Organisation Animals Asia Foundation verhandelt mit wachsendem Erfolg mit Regierungen und Behörden, um die Bären aus den Käfigen zu befreien und ihnen ein sicheres und einigermaßen glückliches restliches Leben zu ermöglichen. Oberstes Ziel der Foundation ist die Schließung aller Bärenfarmen.

Bär
Das enge Verhältnis zwischen Indianer und Bär kommt deutlich in Liedern, Gebeten und Mythen zum Ausdruck. Durch die vielzähligen Gemeinsamkeiten zwischen diesem Tier und dem Menschen ist eine besonders starke Bindung des Indianers an den Bären entstanden. Das Gebet "Prayer to the Black Bear" beschreibt die Worte eines Jägers, der einen Bär getötet hat und nun neben dem toten Tier niederkniet, um für dessen Seele zu beten. Doch nicht nur die eigentlichen Gebetsworte werden wiedergegeben, sondern ebenfalls die Gesten und Bewegungen des Jägers, der neben dem toten Bär im Gebet verharrt. Der Indianer bedankt sich bei der Beute für den Jagderfolg und dankt ehrfürchtig dafür, nicht umsonst auf der Jagd gewesen zu sein. Der Bär wird hierbei als Freund angesprochen, was Zeichen der Sonderstellung ist, die jenes Tier einnimmt.
Der Jäger betet, daß die Kräfte des Bären auf ihn übergehen mögen. Dazu nimmt er die linke Tatze des Tieres in seine rechte Hand, damit die Bärenkräfte auf ihn übertragen werden können. Erst, wenn dieses Gebet mit den entsprechenden Worten gesprochen und mit Gesten untermalt wurde, kann der erfolgreiche Jäger damit beginnen, die Beute zu verarbeiten.
In einem Schöpfungsmythos der Modoc, "When Grizzlies Walked Upright", geht es um Grizzlybären. Vor der Erschaffung des Menschen gab es auf der Erde nur Tiere und einen großen Berg, den Mount Shasta, geschaffen von Sky Spirit, dem Schöpfergott. Das größte Tier auf Erden war der Grizzlybär. Schon damals hatten diese ein Fell und scharfe Klauen, so erzählt es der Mythos. Jene äußere Gestalt behielten die Bären bis heute.
Zu Beginn der Schöpfung liefen die Bären auf zwei Beinen, hatten also einen aufrechten Gang. Auch konnten sie reden. Weil sie aber so grimmig aussahen, verbannte Sky Spirit die Grizzlys in die Wälder am Fuße des Mount Shasta. Nachdem alle Lebewesen und Pflanzen erschaffen waren, zog Sky Spirit mit seiner Familie auf die Erde. Eines Tages wurde seine unvorsichtige Tochter vom Wind Spirit ergriffen und fortgeweht. Ein Grizzlybär, der auf Futtersuche war, fand das Mädchen und brachte sie zu den anderen Bären. Dort wuchs sie zusammen mit anderen Bärenjungen auf und heiratete später einen von ihnen. Zusammen hatten sie viele Kinder, die nicht ganz so viel Pelz hatten wie Grizzlys, aber auch nicht wie Sky Spirits Tochter aussahen.
Die Bärenmutter hatte ein schlechtes Gewissen, weil sie Sky Spirit verheimlicht hatte, wo seine Tochter war. Als sie dies nachholte, kam der Erschaffer der Welt zu den Bären in die Wälder, um seine Tochter zu sehen. Wie entsetzt war er aber, als er von der Ehe zwischen dem Grizzly und seiner Tochter erfuhr. Voller Abscheu blickte Sky Spirit auf seine Enkel und sprach im Zorn einen Fluch aus; nämlich, daß Bären fortan auf allen Vieren laufen müßten und nicht mehr reden könnten. Die Enkel verbreiteten sich weiter auf der Erde und wurden zu den Vorfahren der ersten Indianer. Darum, so will es der Mythos, töten die Indianer des Mount Shasta keine Grizzlybären.
In dem Modoc-Mythos kommt recht deutlich zum Ausdruck, wie sehr sich Indianer und Bär nahestehen. Der aufrechte Gang des Bären sowie dessen Menschenähnlichkeit wird mit dem Mythos erklärt und somit eine direkte Abstammungshypotese aufgestellt.
Ben Abel, ein gebürtiger Okanagan-Indianer, drückt in einem modernen Gedicht aus, wie stark und mächtig die Verbindung zwischen Bär und Mensch ist. So sagt er zum Beispiel, daß der Grizzly die Sprache der Menschen verstehe und sie ihm vertraut sei. Abel geht sogar so weit, daß er schreibt, ein Indianer könne sich mittles seiner Worte aus einem Kampf mit dem Bären befreien. In diesem Gedicht wird die Tradition beschrieben, dem erlegten Tier die Tatzen abzuschneiden, um sie an einem Ast aufzuhängen, was als offizielle Entschuldigung an den Bären gilt. Dies verdeutlicht, wie selbst in heutiger Zeit die sogenannte Bärenkraft noch nicht versiegt ist. Das enge Verhältnis zwischen Indianer und Bär besteht immer noch.
Gespeichert

Bärenstarke Grüße

Unser Ziel: "Zirkusse ohne Tiere wildlebender Arten"- helfen Sie mit!!
Antworten #8
« am: 06. 01 2010, 19:22:18 »
Moritz Offline
Bärenkind
**
Beiträge: 5

Profil anzeigen

Bären wurden auch schon in der Steinzeit in Europa verehrt, da Bären wohl die beeindruckensten Säugetiere auf dieser Erde sind. Da unsere Vorfahren auch mal Jäger und Sammler waren, gab es sicherlich Interessenskonflikte zwischen Bären und Menschen, aber die Menschen hatten großen Respekt vor den Bären und fürchteten sie auch, aber es ist auch erwiesen das Bären von unseren Vorfahren auch verehrt wurden. Als der Mensch sesshaft wurde und Siedlungen gründete entwickelten sich auch in Europa die ersten Bärenkulte, da die Menschen die Bären nicht mehr als Konkurenz sahen, da die Menschen ihre Lebensmittel anbauten und Haustiere hielten, die größten Feinde der Vorfahren waren die Wölfe, sie ergriffen nicht nur deren Haustiere, sondern griffen auch Kinder an und töteten sie. Bären waren auch damals schon scheue Zeitgenossen die Menschen mieden, für unsere Urahnen waren Bären magische Wesen, als Mensch in Tiergestalt.
Bären werden heute noch geliebt, gehasst, gefürchtet und bewundert, bei einigen naturnahen Völkern werden Bären noch heute verehrt, als Beschützer der Menschen, als magisches Wesen.
« Letzte Änderung: 18. 01 2010, 23:34:41 von Moritz » Gespeichert
Antworten #9
« am: 18. 01 2010, 23:22:51 »
Moritz Offline
Bärenkind
**
Beiträge: 5

Profil anzeigen

Der Bär ist ein ganz besonderes Tier oder besser, er ist fast wie ein Mensch. Ein " Halb-Mensch",Ukuku, nennen ihn etwa die Quechua sprechenden Indianer in den Anden. Wie Bären immer wieder berichten, ist jeder Bär eine indivituelle Persönlichkeit. Er ist jedoch nicht, wie die menschliche Persönlichkeit, ein abgekapseltes Egowesen, gefangen in einem Netz kulturell vorgegebener, verbaler und symbolischer Konstruktionen. Trotz seiner ausgeprägten Indivitualität bleibt der Bär innig verbunden mit seiner makrokosmischen Gruppenseele, mit dem großen Bärengeist, mit der Natur. So ist er wie ein Vermittler zwischen den Welten. So haben ihn viele Naturvölker erlebt. Für sie ist der Bär kein bloßes Tier; unter seinem Fell verbirgt sich ein göttliches Wesen. Für viele indianische und sibirische Völker, für die Ostjaken, Tungusen, Samojeden und Finnen, ist der Bär ein Mittler zwischen dem Himmelsgott und der Erdgöttin. Der Bär, das Tier der Erde und der Höhlen, ist der Erdgöttin und der fruchtbaren weiblichen Sphäre, der oberen Götter, den befruchtenden Wettergottheiten zugeordnet. Er ist, wie der echte Schamane, Teil von beiden Welten. Er ist Waldtier und Waldmensch. Er ist der kraftvolle Hüter der Pforten zur Anderswelt. Er ist der Bote der Götter und als solcher ein wohlwollender Besucher der mittleren Welt, in der die Menschen leben.
Gespeichert
Seiten: [1] Nach oben Drucken 
« vorheriges nächstes »
Gehe zu:  

Powered by MySQL Powered by PHP Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS Ig-Oh Theme by koni.
Seite erstellt in 0.072 Sekunden mit 18 Zugriffen.